09-02-2025 – Die Manrique Insel
09-02-2025 – Die Manrique Insel

09-02-2025 – Die Manrique Insel

Nach unserer spektakulären Ankunft in der Marina Lanzarote und den obligatorischen Putz-/Reparatur Tagen haben wir inzwischen auch Zeit gefunden, uns die Insel etwas näher anzuschauen. Der Leihwagen hilft hier ungemein 😉

Lanzarote, auch bekannt als die Manrique Insel, ist die nordöstlichste der acht bewohnten Inseln der Kanaren im atlantischen Ozean. Anfang des 1. Jahrtausends v. Chr. wurde die Insel erstmalig von den Phöniziern besiedelt. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Paleo-Berber die ersten Siedler waren. Sehr wahrscheinlich wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. der Kolonialisirungsprozess mit der Ausdehnung Karthagos verstärkt. Zur Zeitenwende kann der Beginn einer umfangreichen Ausnutzung des Gebietes der Insel beobachtet werden. Grundlage war die Produktion von z. B. Purpur, Meersalz und Garum (Standard Gewürz in der antiken römischen Küche). Es wird angenommen, dass zu dieser Zeit weitere Siedler aus dem Bereich nördlich und südlich der Straße von Gibraltar auf die Inseln kamen. Die Anwesenheit der römischen Seefahrer endete nach der politisch-wirtschaftlichen Krise des Römischen Imperiums im 3. Jahrhundert n. Chr.. Das führte zum Ende der Purpurwerkstätten und Salinen an der marokkanischen Atlantikküste. Zu dieser Zeit gerieten die Kanarischen Inseln immer mehr in die Isolation. Das führte schließlich dazu, dass die Ureinwohner (Majos), die über keinerlei Kenntnisse des Schiffbaus und der Nautik verfügten, nicht einmal Verbindungen zwischen den Inseln unterhalten konnten. So entwickelte sich auf der Insel Lanzarote in der folgenden Zeit eine eigenständige Kultur. Da sie selbst keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben, sind die Kulturen der Altkanarier nur durch archäologische Funde und Berichte europäischer Seefahrer aus dem 14. und 15. Jahrhundert bekannt.

Im Verlauf des 14. Jahrhunderts kam eine Vielzahl von Expeditionen auf die Insel, um Menschen zu fangen, die sie auf den Märkten im Mittelmeergebiet und auf der Iberischen Halbinsel als Sklaven verkauften. Von einem der Angriffe, dem des Gonzalo Pérez Martel, auf die Bevölkerung von Lanzarote im Jahr 1393 berichtet die Chronik Heinrichs III., dass Seeleute auf der Insel landeten und den König, die Königin und weitere 160 Personen als Gefangene nahmen. Am 1. Mai 1402 startete in eine Expedition unter der Leitung von Jean de Bethencourt und Gadifer de la Selle in Richtung der Kanarischen Inseln. Bei der Landung kam es zu keinerlei Feindseligkeiten. Jean de Béthencourt gelang es durch Verhandlungen mit Guadafra, dem Oberhaupt der Majos, einen Vertrag abzuschließen, der es ihm erlaubte, eine Befestigungsanlage auf der Insel zu errichten. Als Gegenleistung sollte er die Majos vor Sklavenjägern schützen. Die Befestigungsanlage, das Castillo de Rubicon, bestand aus einem Wehrturm, Brunnen, wenigen Häusern und einer Kirche, die dem Heiligen Martial von Limoges gewidmet war. Im Jahr 1452 erbte Inez Pedraza de las Casas die Herrschaftsrechte auf der Insel, die sie, der damaligen Tradition entsprechend, mit ihrem Ehemann Diego García de Herrera y Ayala ausübte. Diese Besitz- und Herrschaftsrechte wurden im Jahr 1477 durch die Königin Isabella I. und König Ferdinand V. von Kastilien ausdrücklich bestätigt. Nach dem Tod Inés Perazas im Jahr 1503 übernahm ihr Sohn Sancho de Herrera die Herrschaft auf der Insel. Seine Nachkommen blieben bis zur Abschaffung der Feudalherrschaft im 19. Jahrhundert Herren von Lanzarote.

Im 18. und 19. Jahrhundert kam es auf Lanzarote wiederholt zu schweren Vulkanausbrüchen, die die Dörfer Santa Catalina, Tingafa, Mancha Blanca und Chimanfaya (heute Timanfaya) völlig zerstörten. Viele andere wurden von den Auswürfen der Vulkane beschädigt, so San Bartolomé, Conil, Masdache und Montaña Blanca. Vor 1730 hatte Lanzarote Weizen, Gerste und anderes Getreide in Überschuss produziert, es über Jahre hinweg eingelagert und damit andere kanarische Inseln versorgt. Da die Regierung befürchtete, keine Arbeitskräfte mehr zur Verfügung zu haben, war es den Inselbewohnern anfangs verboten, die Insel zu verlassen. Bald aber reichte die Produktion selbst für die eigene Versorgung nicht mehr aus und es kam Ende 1731 erneut zu schweren Vulkanausbrüchen. Der Hälfte der Bevölkerung wurde es daher erlaubt, auf die Nachbarinseln auszuwandern. 1768 kam es zu einer Dürrekatastrophe, nachdem die Winterniederschläge mehrere Jahre lang ausblieben. Im Jahre 1824 kam es zum Abschluss der vierten vulkanischen Hauptphase zu einem erneuten Vulkanausbruch im Bereich von Tiagua, der aber bei weitem nicht so folgenreich war wie die Ausbrüche in den Jahren 1730 bis 1736. Heute besteht die Insel aus Lavagestein und Karst mit Kakteen und Bodensträuchern. Auch wenn die Landschaft optisch an eine Wüste erinnert ist sie doch sehr eindrucksvoll. Auch wenn man es sich fast nicht vorstellen kann, gibt es hier auch ein großes Weinanbaugebiet, La Geria. In zahlreichen Bodegas kann man Führungen machen und Wein verkosten. Das steht natürlich auch noch auf unserem Plan 😀.

In den letzten 2 Tagen haben wir uns etwas näher mit einem berühmten Kind Lanzarotes beschäftigt, Cesar Manrique, Maler und Bildhauer. Geboren in Arrecife 1919, trug er entscheidend zur Gestaltung der Insel bei. Manrique erreichte 1968 beim befreundeten Präsidenten der Inselverwaltung Pepin Ramírez, dass kein Gebäude auf der Insel höher als drei Stockwerke – der Höhe einer ausgewachsenen Palme – gebaut werden durfte. Damit sollte auf Lanzarote den Auswüchsen des Massentourismus vorgebeugt werden. Die Gestaltung der Häuser sah außerdem vor, diese generell weiß zu streichen und in Fischerorten die Fensterläden, Türen und Gartenzäune blau und in landwirtschaftlichen Gegenden grün abzusetzen. Lange Zeit gab es nur ein einziges Hochhaus in der Hauptstadt Arrecife, welches bereits stand, bevor die entsprechenden Gesetze griffen. Noch zu Lebzeiten Manriques hat sich die Lage verändert, sodass ab den 1980er Jahren in den großen Ferienzentren höhere Gebäude errichtet wurden. Im Alter von 23 Jahren hatte er seine erste Ausstellung in Arrecife. Ab 1945 besuchte er die Kunstakademie in Madrid die er 1950 mit einem Meistertitel in Malen und Zeichnen abschloss. Nach dem Tod seiner Gefährtin hatte er 1964 eine Schaffenskrise und zog nach New York zum Studium amerikanischer Kunst. 1968 kehrte er nach Lanzarote zurück wo er bis 1988 in Tahiche und danach in einem wiederaufgebauten Bauernhaus in Haria lebte und arbeitete. 1992 starb Manrique bei einem selbstverschuldeten Autounfall in Tahiche und wurde in Haria begraben. Wir haben uns das Wirken Manriques bereits im Jameos del Agua und Mirador del Rio angeschaut und seine Arbeit ist wirklich beindruckend. Im Jameos del Agua gibt es zudem eine sehr seltene Krebsart, die nur dort in dem unterirdischen Salzsee vorkommt. Die Tiere sind vollständig weiß, da sie in relativer Dunkelheit leben. Der Blick vom Mirador del Rio ist sensationell, man sieht bis zur Insel Graciosa und auch hier sind etliche Werke Manriques ausgestellt. Außerdem waren wir heute noch auf dem Markt in Teguise. Es gibt eine riesige Anzahl von Ständen mit Kunsthandwerk, Schmuck, Kleidung, Lederwaren und regionalen Produkten wie z.B. Aloe Vera. Daneben natürlich auch Gastronomie. Teguise gehört schon zu den touristischeren Dörfern und entsprechend höher ist auch das Preisniveau, werden doch Mengen von Kreuzfahrt Touristen mit Busen hierher gekarrt. In der Marina Lanzarote legt täglich ein anderes Kreuzfahrt Schiff an und schüttet reichlich Gäste aus. Alles in allem ist die Insel sehr sehenswert und wir werden die Zeit bis zum Ende unserer Reparatur hier sicherlich noch für weiteres Sightseeing nutzen

Der Grund für unsere Panne diesmal war übrigens ein defekter Starter. Ärgerlich zwar, dass er ausgerechnet jetzt den Geist aufgegeben hat, aber aufgrund des Alters wahrscheinlich ein ganz normaler Verschleiß.

After our spectacular arrival at Marina Lanzarote and the obligatory cleaning/repair days, we have now also found time to take a closer look at the island. The rental car helps a lot here 😉

Lanzarote, also known as the Manrique Island, is the most northeastern of the eight inhabited islands of the Canary Islands in the Atlantic Ocean. At the beginning of the 1st millennium BC, the island was first settled by the Phoenicians. It can be assumed that the Paleo-Berbers were the first settlers. It is very likely that in the 6th century BC, the colonization process was intensified with the expansion of Carthage. At the turn of the century, the beginning of extensive exploitation of the island’s territory can be observed. The basis for this was the production of, for example, purple dye, sea salt and garum (a standard spice in ancient Roman cuisine). It is assumed that at this time further settlers came to the islands from the area north and south of the Strait of Gibraltar. The presence of Roman seafarers ended after the political and economic crisis of the Roman Empire in the 3rd century AD. This led to the end of the purple workshops and saltworks on the Moroccan Atlantic coast. At that time, the Canary Islands became more and more isolated. This ultimately meant that the indigenous people (Majos), who had no knowledge of shipbuilding and navigation, could not even maintain connections between the islands. Thus, an independent culture developed on the island of Lanzarote in the following period. Since they left no written records, the cultures of the ancient Canarians are known only through archaeological finds and reports by European sailors from the 14th and 15th centuries.

During the 14th century, a large number of expeditions came to the island to capture people to sell as slaves in the markets of the Mediterranean and the Iberian Peninsula. One of these attacks, that of Gonzalo Pérez Martel on the population of Lanzarote in 1393, is recorded in the chronicles of Henry III, which state that the sailors landed on the island and took the king, queen and another 160 people as prisoners. On May 1, 1402, an expedition under the direction of Jean de Bethencourt and Gadifer de la Selle set out for the Canary Islands. There was no hostility when they landed. Jean de Béthencourt managed to negotiate a treaty with Guadafra, the head of the Majos, which allowed him to build a fort on the island. In return, he was to protect the Majos from slave hunters. The fortifications, the Castillo de Rubicon, consisted of a defensive tower, wells, a few houses and a church dedicated to Saint Martial of Limoges. In 1452, Inez Pedraza de las Casas inherited the rights of sovereignty over the island, which she exercised, in accordance with the tradition of the time, with her husband Diego García de Herrera y Ayala. These rights of ownership and sovereignty were expressly confirmed in 1477 by Queen Isabella I and King Ferdinand V of Castile. After the death of Inés Peraza in 1503, her son Sancho de Herrera took over the rule of the island. His descendants remained lords of Lanzarote until the abolition of feudalism in the 19th century.

In the 18th and 19th centuries, there were repeated severe volcanic eruptions on Lanzarote, which completely destroyed the villages of Santa Catalina, Tingafa, Mancha Blanca and Chimanfaya (now Timanfaya). Many others were damaged by the eruptions of the volcanoes, such as San Bartolomé, Conil, Masdache and Montaña Blanca. Before 1730, Lanzarote had produced wheat, barley and other cereals in abundance, stored them for years and supplied other Canary Islands with them. Since the government feared that there would be no more workers available, the islanders were initially forbidden to leave the island. Soon, however, the production itself was no longer sufficient for their own supply and severe volcanic eruptions occurred again at the end of 1731. Half of the population was therefore allowed to emigrate to neighboring islands. In 1768, there was a drought disaster after several years without winter precipitation. In 1824, the fourth and final major volcanic phase occurred in the Tiagua area, but it was not nearly as consequential as the eruptions of 1730-36. Today, the island consists of lava rock and karst with cacti and ground shrubs. Even though the landscape is visually reminiscent of a desert, it is still very impressive. Even if it is hard to imagine, there is also a large wine-growing area here, La Geria. You can take a guided tour and taste wine in numerous bodegas. Of course, that’s also on our plan 😀.

During the last two days, we took a closer look at one of Lanzarote’s famous sons, Cesar Manrique, a painter and sculptor. Born in Arrecife in 1919, he made a significant contribution to the design of the island. In 1968, Manrique persuaded his friend Pepin Ramírez, the president of the island’s administration, to ensure that no building on the island could be built higher than three floors – the height of a fully grown palm tree. This was to prevent the excesses of mass tourism on Lanzarote. The design of the houses also stipulated that they should generally be painted white, with the shutters, doors and garden fences in the fishing villages being blue and in the agricultural areas green. For a long time, there was only one high-rise building in the capital Arrecife that was built before the relevant laws came into force. During Manrique’s lifetime, the situation changed so that from the 1980s, higher buildings were erected in the large holiday centers. At the age of 23, he had his first exhibition in Arrecife. From 1945, he attended the Academy of Art in Madrid, where he graduated in 1950 with a master’s degree in painting and drawing. After the death of his partner, he had a creative crisis in 1964 and moved to New York to study American art. In 1968 he returned to Lanzarote, where he lived and worked in Tahiche until 1988 and then in a rebuilt farmhouse in Haria. In 1992, Manrique died in a car accident in Tahiche that he caused himself and was buried in Haria. We have already seen Manrique’s work at Jameos del Agua and Mirador del Rio and it is truly impressive. In Jameos del Agua there is also a very rare species of crab that only occurs in the underground salt lake. The animals are completely white because they live in relative darkness. The view from the Mirador del Rio is sensational, you can see as far as the island of Graciosa and here, too, several of Manrique’s works are on display. We also went to the market in Teguise today. There are a huge number of stalls selling handicrafts, jewelry, clothing, leather goods and regional products such as Aloe Vera. In addition, of course, there is also gastronomy. Teguise is one of the more touristy villages and the price level is correspondingly higher, with crowds of cruise tourists being brought here by bus. A different cruise ship docks at Marina Lanzarote every day, unloading plenty of guests. All in all, the island is well worth seeing and we will certainly use the time until our repair is complete for further sightseeing here.

Incidentally, the reason for our breakdown this time was a defective starter. It’s annoying that it has packed up now of all times, but given our age, it’s probably just a normal part of wear and tear.