Nachdem wir ausgiebig Palermo besichtigt hatten, nahmen wir unsere Routenplanung wieder auf. Das nächste Ziel sollte Sardinien sein. Allerdings wollten wir diesmal ein Wetterfenster abwarten, wo wir weder Starkwind von vorne noch Flaute haben. Alle Apps waren sich einig Sonntag der 6.10. bot die besten Voraussetzungen. Zuerst kein Wind aus allen Richtungen (alles kann man halt nicht haben), dann aber irgendwann Halbwind, endlich. Also verließen wir Palermo am Donnerstag und fuhren zum Ankern einmal um die Ecke in die Bucht von Mondello. Grundsätzlich lagen wir dort sehr gut und auch nicht zu rollig, allerdings haben wir auf Grund der doch etwas stärkeren anhaltenden Böen dass Schiff nicht verlassen und somit Mondello nicht besichtigt. Samstag bereiteten wir dann unseren langen Schlag nach Sardinien so richtig vor, inklusive vorkochen, Brot backen, Getränke herrichten und Boot vorbereiten. Berechnet waren 41h. Zuerst wollten wir am späteren Nachmittag aufbrechen, entschieden uns aber aufgrund angekündigter Starkwind Front für einen früheren Aufbruch und sind Mittags los. Die ersten 100sm haben wir unter Motor zurückgelegt und waren hier bereits ziemlich flott unterwegs. Am Montag in der früh (es war noch dunkel) konnten dann endlich Segel gesetzt werden und wir segelten mit einem Halbwind Kurs unserem Ziel entgegen. Mit durchschnittlich 5,5kn Speed verringerte sich unsere Reisezeit deutlich, so dass wir laut Berechnung kurz vor Mitternacht am Montag bereits Sardinien erreichten und vor der Küste den Anker warfen, 36h, nicht schlecht. Die weiteren 3-4h zur Marina wollten wir dann am nächsten Morgen zurücklegen. Der nächste Tag begrüßte uns mit Wind und Regen und kalt, ganz ungewohnt für uns, hatten wir doch bisher Sommer, aber der I-Phone Wetterfrosch versprach für die kommenden Tage wieder Sonne und warm in Cagliari, also Anker auf und los ging es Ri Marina Del Sole. Kurz vor der Einfahrt hat uns dann noch ein Gewitter erwischt, mit Böen bis 40kn, dass wir erst abwettern mussten. Aber wie das mit Unwettern so ist, was schnell kommt geht auch schnell wieder und wir konnten unseren Liegeplatz beziehen. Den restlichen Tag verbrachten wir auf dem Schiff, da es weiter wie aus Kübeln geschüttet hat, aber so mussten wir wenigstens das Boot nicht putzen. Erst am Abend sind wir in die Stadt für einen Spaziergang und Abendessen. Wir hätten es ja nicht geglaubt, aber die Stadt war voller Touristen, ein Großteil davon deutschsprachig. Etwas, was wir so in Palermo nicht vorgefunden haben. Es ist wahrscheinlich der Tatsache geschuldet dass hier jeden Tag riesige Kreuzfahrtschiffe anlegen und haufenweise Passagiere ausschütten. Man merkt dies auch in der Stadt selbst, es ist alles sehr touristisch und teurer als in Palermo. Die Stadt hat einige sehenswerte Plätze und Gebäude, alles in allem fehlt ihr aber die Historie Siziliens.
Für mich hatte diese Überfahrt auch noch zwei ganz besondere Highlights.
Meine PLB (ein Gerät, dass bei einem Notfall den Standort sendet und eine Rettungskette in Gang setzt, befestigt an meiner Rettungsweste) löste in der Nacht beim Segel bergen aus unerfindlichen Gründen und ohne mein Zutun einen Distress Call aus. Ich habe davon gar nichts mitbekommen, bis am nächsten Morgen Franz Bruder ihn angerufen hat, um uns mitzuteilen, dass er als Notfallkontakt von der UK Coast Guard kontaktiert worden ist, dass es einen Notfall gegeben hat. Der Arme hat sicher einen Schock bekommen. Es tat mir so leid. Daraufhin habe ich auch auf meinem Telefon diverse Anrufe aus UK entdeckt und sofort dort angerufen und Entwarnung gegeben. Zusätzlich hat Franz an den Hersteller Ocean Signal geschrieben und mittgeteilt dass die PLB von alleine ausgelöst hat. Bisher haben wir von OS aber nichts weiter dazu gehört. Aktuell verwende ich die PLB nun aus Sicherheitsgründen nicht.
Das zweite Highlight war der Wäsche Service hier in Cagliari. Wir haben diesmal die Wäsche nicht selbst im Waschsalon gewaschen sondern einen Abhol-und Bring Service genutzt da wir ziemlich viel Wäsche hatten (c.a. 20kg). Die Wäsche wurde an der Marina um 8:40 abgeholt und bereits um 10:33 erhielten wir telefonisch Bescheid, dass alles fertig ist und wieder gebracht werden kann. Ich glaube, dass war die schnellste Wäsche ever (Waschen, trocknen, zusammenlegen). Jetzt war ich natürlich auf den Preis gespannt, aber dass was dann folgte, damit hätte ich nie im Leben gerechnet.
Das Ganze kostete gerade mal 29€ und das Trinkgeld wollte sie zuerst gar nicht nehmen. Ich bin immer noch wirklich beeindruckt.
Wir werden voraussichtlich noch bis morgen hier bleiben und uns dann c.a. 30sm weiter südöstlich noch mal eine Bucht suchen um von dort dann am Samstag Ri Balearen aufzubrechen.
After we had visited Palermo extensively, we resumed our route planning. Our next destination was to be Sardinia. However, this time we wanted to wait for a weather window where we would have neither strong winds from the front nor a calm. All the apps agreed that Sunday, October 6, offered the best conditions. At first there was no wind from any direction (you can’t have everything), but then at some point there was half wind, finally. So we left Palermo on Thursday and went around the corner to anchor in the bay of Mondello. Basically, we were very well moored there and not too rolly, but we didn’t leave the boat due to the somewhat stronger persistent gusts and therefore didn’t visit Mondello. On Saturday we really prepared for our long trip to Sardinia, including pre-cooking, baking bread, preparing drinks and preparing the boat. The estimated time was 41 hours. At first we wanted to set off later in the afternoon, but decided to leave earlier due to the forecast strong wind front and set off at midday. We covered the first 100 nm under engine power and were already making pretty good time here. On Monday morning (it was still dark) we were finally able to set sail and we sailed towards our destination with a half-wind course. With an average speed of 5.5 knots, our travel time was significantly reduced, so that we reached Sardinia shortly before midnight on Monday and dropped anchor off the coast, 36 hours, not bad. We wanted to cover the other 3-4 hours to the marina the next morning. The next day greeted us with wind and rain and cold, quite unusual for us, as we’d had summer so far, but the I-Phone weatherman promised sun and warm weather again in Cagliari for the next few days, so we weighed anchor and set off for Marina Del Sole. Shortly before entering, we were hit by a thunderstorm with gusts of up to 40 knots, which we first had to weather. But as is the case with storms, what comes quickly goes quickly and we were able to move into our berth. We spent the rest of the day on the boat, as it was still pouring with rain, but at least we didn’t have to clean the boat. It wasn’t until the evening that we went into town for a walk and dinner. We wouldn’t have believed it, but the town was full of tourists, most of them German-speaking. Something we didn’t find in Palermo. It is probably due to the fact that huge cruise ships dock here every day and disembark heaps of passengers. This is also noticeable in the city itself, everything is very touristy and more expensive than in Palermo. The city has some places and buildings worth seeing, but all in all it lacks the history of Sicily.
This crossing also had two very special highlights for me.
My PLB (a device that transmits the location in an emergency and sets a rescue chain in motion, attached to my lifejacket) triggered a distress call at night while I was hoisting the sails for some unknown reason and without my doing anything. I was completely unaware of this until the next morning when Franz’s brother phoned him to tell us that he had been contacted by the UK Coast Guard as an emergency contact and that there had been an emergency. The poor guy must have been in shock. I was so sorry. I then discovered various calls from the UK on my phone and immediately called them and gave the all-clear. Franz also wrote to the manufacturer Ocean Signal and told them that the PLB had triggered on its own. So far we haven’t heard anything further from OS. I am currently not using the PLB for safety reasons.
The second highlight was the laundry service here in Cagliari. This time we didn’t do the laundry ourselves in the launderette but used a pick-up and delivery service as we had quite a lot of laundry (approx. 20 kg). The laundry was collected from the marina at 8:40 and we were informed by phone at 10:33 that everything was ready and could be brought back. I think that was the fastest laundry ever (washing, drying, folding). Now, of course, I was curious about the price, but I would never have expected what followed.
The whole thing cost just €29 and she didn’t even want to take the tip at first. I’m still really impressed.
We’ll probably stay here until tomorrow and then look for another bay about 30 nm further south-east, from where we’ll set off for the Balearic Islands on Saturday.

















