Wie wir ja bereits vermutet/befürchtet haben muss das Boot zur Tankreinigung aus dem Wasser. Wir haben alle erdenklichen Möglichkeiten durchdiskutiert und auch bei den wöchentlichen Seglerstammtischen mit anderen Seglern gesprochen. Aber am Ende ist die sauberste Lösung eben auch die aufwendigste und muss an Land vorgenommen werden. Unser Krantermin wurde auf den 04.11.2024 um 8:00 morgens festgesetzt und man höre und staune, die Jungs waren pünktlich. Das Kranen verlief relativ unspektakulär, dafür dass wir im Vorfeld schon so einiges gehört hatten und nach rund 1.5h stand unser Boot sicher auf seinen Böcken. Das Angebot einer Rumpfwäsche nahmen wir gerne an und ich verabschiedete mich zum Joga. Hier in der Marina hat sich eine Jogagruppe zusammen gefunden, die von einer Mitseglerin angeboten wird und wirklich Spass macht. Als ich nach einer Stunde in die Werft zurück komme fällt mir schon von weitem auf, dass unser Rumpf deutlich heller aussieht und der Boden rund um unser Schiff eine dunkelblaue Färbung angenommen hat. Dazu muss man sagen, dass wir nach 6 Monaten im Wasser noch keinen nennenswerten Bewuchs hatten. Offensichtlich haben es die Jungs von der Werft sehr gut gemeint und das komplette Antifouling das wir im Juni gestrichen hatten abgewaschen. Wir waren zuerst sprachlos und dann entsprechend angefressen weil sich damit noch eine weitere Baustelle auftat. Nach längerem diskutieren willigte Franz schließlich ein, in diesem Fall die Werft zu beauftragen das Unterwasserschiff zu streichen. Auch weil ich wirklich nicht willig war es selber zu machen. Von den Umweltschutz relevanten Aspekten dieser Aktion wollen wir garnicht reden. Antifouling ist hochgiftig, soll es doch den Bewuchs des Schiffsrumpfes mit Muscheln, Seepocken und ähnlichem Getier verhindern und oft darf man es in der Werft überhaupt nicht selber streichen oder nur unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, um weder sich selbst noch der Umwelt zu schaden. Hier in Almerimar sieht man das offensichtlich nicht so eng. So ließen wir uns von Chris (Chef in der Werft) ein Angebot fürs Unterwasserschiff machen und kauften bei dieser Gelegenheit auch gleich noch ein paar neue Opferanoden. Seltsamerweise waren bei uns am Heck die Anoden stark abgefressen wogegen Ri Bug die Anoden in einem normal guten Zustand waren (waren ja erst seit 6 Monaten drauf). Franz vermutet das wir von einem Nachbarschiff in einer der Marinas unterwegs einen Fehlstrom bekommen haben. All dass war eigentlich außerplanmässig, da wir ja wegen der Dieseltanks aus dem Wasser gekommen sind. Nachdem wir also die zusätzlichen Projekte abgehakt hatten, ging es an die eigentliche Arbeit. Zu allererst räumten wir unsere Kabine aus um nicht in allen Textilien später den Dieselgeruch zu haben. Ausserdem musste auch der Stauraum der mit abgebaut werden musste, ausgeräumt werden. Da wir jetzt ja nicht mehr auf dem Schiff schlafen konnten, hatte ich uns schon ein Apartment hier auf dem Gelände organisiert. Franz begann mit dem Abbau der Möbel und da ich dabei nicht wirklich helfen konnte widmete ich mich einigen kleineren Projekten zu Komfort und Sicherheit. Die große Sitzecke erhielt einen neuen Überwurf und an einigen Stellen im Schiff, wo wir bei Fahrt Gegenstände aufbewahren, wurden nun Gurtbänder montiert um ein Herumfallen bei Lage zu verhindern. Zwischendurch brachte ich noch die Wäsche weg, holte Pakete ab und kaufte ein. Der Abbau der Möbel war, wie erwartet nicht ganz einfach, aber am Ende des Tages war der Tankdeckel freigelegt. Am nächsten Tag mussten nun die 54 Schrauben geöffnet werden. Im Dieseltank selber konnte man nicht all zu viel sehen. Es waren noch c.a. 50l drin. Damit war die Vorbereitung in unserer Kabine abgeschlossen und das größere Projekt, Dieseltank im Motorraum (mit c.a. 300l verschmutztem Diesel) wurde in Angriff genommen. Zwischendurch versuchten wir immer wieder, den Bootsmechaniker zu erwischen um einen Termin zu machen, vergeblich. Da muss man wirklich penetrant und sehr geduldig sein. Während Franz sich also mit den Gegebenheiten des anderen Tanks auseinander setzte, machte ich mich daran einige Stellen unten am Kiel und bei der Welle auszubessern wo uns dass Antifouling abgeplatzt war. Dass hieß abschleifen bis aufs Metall, anschließend mit Primer streichen und dann mit Grundierung, bevor das Antifouling wieder drauf kommt. Das Schleifen unterm Kiel ist nicht besonders komfortabel. Zwischen Boden und Kiel sind c.a. 50cm Platz so dass man im Liegen und teilweise über Kopf arbeiten muss und durch den Schleifstaub sieht man aus wie ein Schwein. 2 Tage habe ich gebraucht um alle Stellen sauber zu Schleifen und mit Primer zu streichen, während Franz im Motorraum schon mal Teile der Welle abgebaut hat, um dann festzustellen, dass es nicht reicht die Welle zu ziehen um an den Tankdeckel zu kommen. Es müssen auch Teile vom Getriebe ausgebaut werden! Ausserdem warten wir ja noch immer auf Paul, da wir die Welle nicht alleine ziehen können. Eine sehr unbefriedigende Situation. Um die Wartezeit zu nutzen hat Franz dann schon mal das Seeventil ausgetauscht, das uns schon eine ganze Weile geärgert hat und mit dem Einbau unserer Dieselheizung begonnen. Dieses Projekt war auch tatsächlich für unseren Aufenthalt in Almerimar geplant. Gestern um 9:15 kam dann endlich Paul zu uns aufs Schiff. Was die Männer genau besprochen haben weiss ich nicht, ich lag ja noch unterm Kiel, berichtet hat mir Franz dann nur dass wohl ein Werkzeug benötigt wird das Paul auch nicht hat, so dass wir bis Montag warten müssen um Chris zu fragen. C´est la Vie. Aber zumindest hat Paul sich den geöffneten Tank angeschaut und mal eine Wischprobe gemacht. Bereits ganz oben an der Wand war ein richtig dicker Belag und wir gehen davon aus dass es in dem anderen Tank genauso aussieht. Kein Wunder dass Dieselpumpe und Filter das nicht mitgemacht haben. Was wir aus dem kleineren Tank dann in Kanister abgepumpt haben hatte mit sauberem Diesel nur noch wenig zu tun. Es war eine dunkelbraune Brühe. Unten am Boden befindet sich nun eine zähe Masse die da rausgeputzt werden muss. Netterweise haben sich unsere Nachbarn in der Werft angeboten, uns aus dem Baumarkt einen Nasssauger mitzubringen. Anders geht es wohl nicht. Franz probiert heute aus ob er den Dreck damit weg bekommt. Ich hoffe es klappt. Leider kann ich nicht helfen und sitze hier im Apartment mit Rückenschmerzen. Ich muss mir die Tage beim Schleifen irgendetwas verissen haben. Heute morgen konnte ich mich kaum bewegen. Inzwischen ist es Dank Tabletten und Wärmepflaster etwas besser. Aber an Bootsarbeit ist zumindest heute nicht zu denken. Franz hatte sich vor 10 Tagen verissen als wir die Moorig strammer ziehen wollten und trotz Sofortmaßnahmen (Salbe, Tabletten und Wärmepflaster) hatte er einige Tage damit zu tun. Ich hoffe, dass ich morgen wenigstens wieder ein bisschen was machen kann.
Nachtrag: Das Reinigen mit dem Nasssauger hat sehr gut funktioniert und so konnte ein Tank bereits trockengelegt werden. Nun hoffen wir dass wir auch bald mit dem anderen Tank beginnen können. Ich bin leider nach wie vor außer Gefecht und arbeite mit Übungen und Medikation an meiner Einsatzfähigkeit. Es ist noch so viel zu tun und Geduld ist nicht meine größte Stärke.
As we had already suspected/feared, the boat had to be taken out of the water to clean the tank. We discussed all possible options and also talked to other sailors at the weekly sailors‘ get-togethers. But in the end, the cleanest solution is also the most expensive and has to be done on land. Our crane appointment was set for November 4, 2024 at 8:00 a.m. and, believe it or not, the guys were on time. The crane was relatively unspectacular, considering that we had heard a lot in advance, and after about an hour and a half our boat was safely on its trestles. We gladly accepted the offer of a hull wash and I went to do yoga. A yoga group has formed here in the marina, which is offered by a fellow sailor and is really fun. When I came back to the shipyard after an hour, I noticed from a distance that our hull looked significantly lighter and the ground around our ship had taken on a dark blue color. It must be said that after 6 months in the water, we still had no significant growth. Obviously, the guys from the shipyard meant well and washed off all the antifouling that we had painted in June. We were speechless at first and then we were annoyed because this meant that we had yet another problem to deal with. After a long discussion, Franz finally agreed to hire the shipyard to paint the underwater hull in this case. Also because I really didn’t want to do it myself. We don’t even want to talk about the environmental aspects of this action. Antifouling is highly toxic, but it is supposed to prevent mussels, barnacles and similar creatures from growing on the hull, and often you are not allowed to paint it yourself at the shipyard at all, or only if you take appropriate safety precautions to avoid harming yourself or the environment. Here in Almerimar they don’t seem to take it so seriously. So we got Chris (the boss of the shipyard) to give us an offer for the underwater hull and took the opportunity to buy a few new sacrificial anodes. Strangely enough, the anodes at our stern were badly eroded, whereas at the bow the anodes were in a normal condition (they had only been on for 6 months). Franz suspects that we may have picked up a stray current from a neighboring ship in one of the marinas. All of this was actually unscheduled, since we came out of the water because of the diesel tanks. So after we had ticked off the additional projects, we got down to the real work. First of all, we cleared out our cabin so that we would not end up with the diesel smell in all our clothes later. In addition, the storage space also had to be cleared out. Since we couldn’t sleep on the ship anymore, I had already organized an apartment for us here on the premises. Franz started dismantling the furniture and since I couldn’t really help with that, I devoted myself to some smaller projects related to comfort and safety. The large seating area received a new throw and in some places in the ship where we store items during the trip, seat belts were now installed to prevent them from falling over when the ship is tilted. In between, I took the laundry out, picked up packages and went shopping. As expected, dismantling the furniture was not that easy, but by the end of the day, the fuel cap was uncovered. The next day, the 54 screws had to be opened. You couldn’t see too much in the diesel tank itself. There were still about 50 liters in it. This completed the preparation in our cabin and the larger project, the diesel tank in the engine compartment (with approx. 300 liters of dirty diesel), was tackled. In the meantime, we repeatedly tried to get hold of the boat mechanic to make an appointment, but in vain. You really have to be pushy and very patient. While Franz was dealing with the other tank, I set about touching up some areas on the keel and shaft where the antifouling had flaked off. That meant sanding down to the metal, then painting with primer and then with undercoat before the antifouling is applied again. Sanding under the keel is not particularly comfortable. There is only about 50 cm between the floor and the keel, so I had to work lying down and sometimes upside down, and the sanding dust made me look like a pig. It took me two days to sand and prime all the areas, while Franz had already dismantled parts of the shaft in the engine compartment, only to discover that pulling the shaft was not enough to get to the fuel cap. Parts of the gearbox also have to be removed! Besides, we are still waiting for Paul because we can’t pull the shaft alone. A very unsatisfactory situation. To make use of the waiting time, Franz replaced the sea valve, which had been bothering us for quite a while, and started installing our diesel heating. This project was actually planned for our stay in Almerimar. Yesterday at 9:15 Paul finally came to our ship. I don’t know exactly what the men discussed, I was still under the keel, Franz only told me that a tool was needed that Paul didn’t have either, so we have to wait until Monday to ask Chris. C’est la Vie. But at least Paul looked at the open tank and took a wipe sample. There was a really thick coating right at the top of the wall and we assume that it looks the same in the other tank. No wonder the diesel pump and filter couldn’t take it. What we then pumped out of the smaller tank into canisters had little to do with clean diesel. It was a dark brown broth. At the bottom there is now a tough mass that has to be cleaned out. Our neighbors in the shipyard kindly offered to bring us a wet vacuum cleaner from the hardware store. There’s probably no other way. Franz is trying out today to see if he can get the dirt out with it. I hope it works. Unfortunately, I can’t help and am sitting here in the apartment with a backache. I must have pulled something while sanding the other day. This morning I could hardly move. Thanks to pills and heat plasters, it is a bit better now. But at least today, I won’t be able to do any boat work. Franz pulled something 10 days ago when we wanted to tighten the mooring ropes and despite immediate measures (ointment, pills and heat plasters), he had to deal with it for a few days. I hope that I can at least do a little work tomorrow.
Update: Cleaning with the wet vacuum worked very well and so one tank has already been drained. Now we hope that we can start on the other tank soon. Unfortunately, I am still out of action and am working on my ability to work with exercises and medication. There is still so much to do and patience is not my greatest strength.

















