15-09-2024 – Es geht los
15-09-2024 – Es geht los

15-09-2024 – Es geht los

Nun ist es also soweit, nach einem lustigen und teilweise auch recht emotionalen Abschiedsessen mit Freunden und Familie gestern, heisst es nun „Leinen Los“ in der Marina San Giorgio begleitet von einigen Freunden, die uns bis zuletzt nachgewinkt haben.

Darf ich ehrlich sein, bei mir ist es noch überhaupt nicht angekommen und ich kann mir vorstellen dass es nicht nur mir so geht. Draussen auf dem Kanal holt uns dann relativ schnell die Bootsroutine ein, Leinen aufschiessen, Fender verräumen, und das Wetter lädt auch nicht gerade zum draussen verweilen ein. So geht es die erste Stunde beschaulich hinaus auf die Adria. Wir haben bereits zuvor beschlossen nicht noch einmal zu übernachten, sondern gleich direkt Kurs auf die Termini Inseln zu nehmen. Da wir leider keinen Wind zum Segeln haben, starten wir den Autopiloten und machen uns auf den Weg Richtung Süden.

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon vor der ersten Nachtfahrt, aber Franz erklärt mir noch einmal alles ganz genau, zeigt mir die Einstellungen am Plotter und am Funk und so langsam beschleicht mich das Gefühl, dass es vielleicht doch gar nicht so gruselig ist. Ich starte meine Wache um kurz nach 22:00Uhr (das kommt meinem Rhythmus ganz gelegen, da ich in der Regel um 19:00 meinen ersten toten Punkt habe ;-)) bis um 1:30 und es geht alles gut. Um 5 bin ich dann wieder dran und dass Aufstehen fällt mir da schon nicht mehr so leicht. Aber kurz mal die Nase an die frische Luft gehalten und schon geht es wieder. Dafür hatte ich den Sonnenaufgang. Der Tag verläuft relativ ereignislos, wir haben noch immer keinen Wind zum Segeln und Amber motort tapfer weiter. So gehen wir dann nach einem Abendessen um 19:00 in die zweite Nacht. Diesmal kann ich es schon etwas mehr geniessen, allerdings fühle ich mich irgendwie nicht richtig wohl, hab Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Ich schiebe es auf die ungewohnte Situation, nehme ein Schmerzmittel und geht schon. Wir wechseln wie gehabt und auch dass einschlafen klappt ganz gut. Alles läuft prima. Bis plötzlich um 3:45 die Drehzahl des Motors minimal nachlässt, von allein, aber deutlich zu hören. Mir schwant schreckliches. Ich stürze in den Motorraum und mein Verdacht bestätigt sich, der Tagestank ist leer, der Motor aus und Luft im System. Franz ist von meinem Gefluche bereits aufgewacht und wir beginnen das Problem zu lösen. Er entlüftet und ich pass auf dass uns niemand nieder fährt. Kurze Zeit später ist alles erledigt und der Motor läuft wieder. So ein kurzer Schreckmoment und jetzt bin aber sowas von Wach!!!!!!. Letztlich hatten wir uns auf Grund von Gegenwind und höherer Motordrehzahl in der Menge verkalkuliert. Und was haben wir gelernt: Tagestank Check bei jeder Wachablösung.

Leider blieb die WindWetter/Situation wie sie war, Wind von vorne, Welle und ein rolliges Boot. Langsam wurde das ganze echt anstrengend und ich fühlte mich auch nicht wirklich besser. Ich glaube wir wollten jetzt beide gerne ankommen.

Um 10:00 erreichten wir schliesslich die Tremiti Inseln und die Suche nach einem Ankerplatz begann. Nun ist die Inselgruppe nicht gerade für Ihre idealen Ankerbedingungen bekannt. Aber da wir doch ganz schön durch waren und weiterfahren nicht wirklich eine Option, wollten wir es zumindest versuchen. Am Ende kamen wir in Lee der Insel S. Domino zum liegen, nach N offen. Unser Anker hielt wie immer auf den ersten Versuch bombenfest aber der Platz war durch den Schwell natürlich sehr unruhig und das ständige Rollen des Bootes trug nicht dazu bei dass es mir besser ging. Aber egal. Erstmal ausruhen, morgen ist auch noch ein Tag.

So now the time has come, after a fun and sometimes quite emotional farewell dinner with friends and family yesterday, it’s now “cast off” in the Marina San Giorgio accompanied by some friends who waved to us until the very end.

To be honest, it hasn’t sunk in for me yet and I can imagine that I’m not the only one feeling this way. Out on the canal, the boat routine catches up with us relatively quickly, lines are cast on, fenders are stowed away, and the weather doesn’t exactly invite us to linger outside. So we spend the first hour leisurely out on the Adriatic. We had already decided beforehand not to stay overnight again, but to head straight for the Tremiti Islands. Unfortunately, we have no wind for sailing, so we start the autopilot and head south.

I’m already a little nervous before the first night sail, but Franz explains everything to me in detail, shows me the settings on the plotter and radio and I slowly start to get the feeling that it might not be so scary after all. I start my watch shortly after 22:00 (which suits my rhythm, as I usually have my first dead spot at 19:00 ;-)) until 1:30 and everything goes well. Then it’s my turn again at 5 a.m. and it’s not so easy for me to get up. But a quick breath of fresh air and I’m fine again. Instead, I had the sunrise. The day is relatively uneventful, we still have no wind for sailing and Amber continues to motor bravely. So after dinner at 19:00, we set off for the second night. This time I can enjoy it a bit more, but somehow I don’t feel really well, I have a headache and a general feeling of sickness. I put it down to the unfamiliar situation, take a painkiller and I’m fine. We change as usual and even falling asleep works quite well. Everything is going well. Until suddenly, at 3:45 a.m., the engine speed drops slightly, by itself, but you can hear it clearly. I have a terrible feeling. I rush into the engine compartment and my suspicions are confirmed: the day tank is empty, the engine is off and there is air in the system. Franz has already woken up from my cursing and we start to solve the problem. He bleeds the air and I make sure that nobody drives us down. A short time later, everything is done and the engine is running again. Such a brief moment of shock and now I’m so awake!!!!!!. In the end, we had miscalculated the amount due to the headwind and higher engine speed. And what did we learn: daytime fuel check at every change of watch.

Unfortunately, the wind/weather/situation remained as it was, wind from the front, waves and a rolly boat. It was starting to get really exhausting and I wasn’t really feeling any better. I think we both wanted to get there now.

We finally reached the Tremiti Islands at 10:00 and the search for an anchorage began. The archipelago is not exactly known for its ideal anchoring conditions. But as we were pretty well done and moving on wasn’t really an option, we at least wanted to give it a try. In the end, we came to lie to leeward of the island of S. Domino, open to the north. As always, our anchor held tight at the first attempt, but the swell made the spot very choppy and the constant rolling of the boat didn’t make me feel any better. But never mind. Let’s rest first, tomorrow is another day.