16-12-2024 – Wenn’s mal wieder länger dauert
16-12-2024 – Wenn’s mal wieder länger dauert

16-12-2024 – Wenn’s mal wieder länger dauert

Der dritte Advent ist nun vorbei und aus unserem ursprünglichen Plan Almerimar nach 3 Wochen wieder zu verlassen wurde ja dann mal nichts. Wir sind noch immer hier. Irgendwie scheint das aber auch an diesem Platz zu liegen, wenn man unseren Segler Kollegen Glauben schenken darf. Es gibt wohl kaum einen, der es in der geplanten Zeit wieder weg geschafft hat. Manche sind gleich ganz geblieben oder kommen in schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr wieder.

Einmal davon abgesehen, dass unsere Reparaturen am Schiff viel länger gedauert haben als angenommen, wären wir ja nun inzwischen fertig und sogar schon wieder im Wasser, wenn da nicht die Sache mit den Landleinen wäre.

Da sich unsere weitere Reiseplanung immer mehr weg von der Karibik und Richtung Brasilien entwickelt, haben wir uns natürlich auch mit den Gegebenheiten und Möglichkeiten dieser und angrenzender Regionen beschäftigt und da kommt man an Patagonien nicht vorbei. Abgesehen von der richtigen Jahreszeit ist hier auch die richtige Ausrüstung wichtig und dazu gehören lange schwimmfähige Landleinen. Wie es der Name schon vermuten lässt, werden diese zusätzlich zum Anker zum Land hin gespannt um das Boot vom Schwoien abzuhalten. Die Buchten in Patagonien sind nicht so groß und der Untergrund hat meist Untiefen. Dazu kommt noch starker Wind und Strömung und damit die Gefahr auf Grund zu laufen. Da diese Landleinen in Europa einfacher und zu einem besseren Preis zu bekommen sind, haben wir entschieden sie gleich von hier mitzunehmen. Gesagt getan, die Leinen wurden bestellt und seitdem warten wir und niemand weiss so wirklich wo sie sind und wann sie kommen. Seit Tagen vermuten wir die Palette (es handelt sich um eine größere Lieferung, 4 Leinen a 100m, Gesamtgewicht 100kg) in Valencia, aber von DHL ist leider keine Auskunft zum aktuellen Stand zu bekommen. Und so verschiebt sich unsere Abfahrt Richtung Kanaren von Tag zu Tag während wir warten und täglich nach neuen passenden Wetterfenstern suchen. Selbst wenn unsere Lieferung nun heute oder morgen kommt (eher unwahrscheinlich) heißt das nicht, dass wir sofort los können. Man möchte nicht mit viel Wind/Gegenwind durch die Strasse von Gibraltar fahren und auch draussen auf dem Atlantik möchte man keinen Wind auf die Nase haben. Also heißt es jeden Tag nach passenden Wetterfenstern Ausschau halten und hoffen, dass wir eines davon nutzen können. Vorerst haben wir unseren Wasserplatz mal bis Freitag verlängert.

In der Zwischenzeit halten wir uns mit Besuch von Segler Freunden und den letzten Handgriffen an Dieselheizung und anderen Kleinigkeiten bei Laune. Ausserdem haben wir Dank unseres Werftaufenthaltes (Schleifstaub von Arbeiten in der Werft) nun ein Problem mit ganz vielen ganz kleinen Rostpünktchen über das gesamte Deck verteilt, die in mühevoller Kleinarbeit alle per Hand weggeschliffen werden und anschließend überlackiert. Gestern sind wir schon den ganzen Nachmittag auf Knien übers Deck gerutscht. Das wird uns sicher auch noch ein paar Nachmittage beschäftigen. Langweilig wird es also eher nicht. Den nächsten Bericht gibt es dann hoffentlich von unterwegs.

In diesem Sinne wünschen wir Euch allen eine besinnliche verbleibende Adventszeit und schöne Weihnachtstage im Kreise Eurer Lieben.

The third Sunday in Advent is now over and our original plan to leave Almerimar after three weeks did not happen. We are still here. Somehow, however, this also seems to be due to the place, if our sailing colleagues are to be believed. There is hardly anyone who has managed to leave in the planned time. Some have stayed for good or come back every year with beautiful regularity.

Apart from the fact that our repairs to the ship took much longer than expected, we would now be finished and even back in the water if it weren’t for the issue with the shore lines.

As our further travel plans are moving more and more away from the Caribbean and towards Brazil, we have of course also looked at the conditions and possibilities in this and neighboring regions, and you can’t get past Patagonia. Apart from the right season, the right equipment is also important here, and this includes long floating lines. As the name suggests, these are stretched towards the shore in addition to the anchor to keep the boat from swinging. The bays in Patagonia are not that big and the ground is mostly shallow. Add to that strong winds and currents and there is a risk of running aground. Since these mooring lines are easier and cheaper to get in Europe, we decided to take them with us from here. No sooner said than done, the lines were ordered and since then we have been waiting and nobody really knows where they are and when they will arrive. For days we have suspected the pallet (it is a larger delivery, 4 lines of 100m each, total weight 100kg) in Valencia, but unfortunately no information about the current status can be obtained from DHL. And so our departure towards the Canary Islands is postponed from day to day while we wait and search daily for new suitable weather windows. Even if our delivery arrives today or tomorrow (rather unlikely), that doesn’t mean that we can leave immediately. You don’t want to cross the Strait of Gibraltar with a lot of wind/headwind and you don’t want wind in your face out on the Atlantic either. So every day we have to look for suitable weather windows and hope that we can take advantage of one of them. For the time being, we have extended our mooring until Friday.

In the meantime, we are keeping our spirits up by visiting sailing friends and making the final touches to the diesel heating and other odds and ends. Thanks to our stay at the shipyard (grinding dust from work in the shipyard), we now have a problem with a lot of very small rust spots all over the deck, which have to be sanded away by hand in painstaking detail work and then painted over. Yesterday we spent the whole afternoon on our knees, sliding across the deck. This will certainly keep us busy for a few more afternoons. So it’s not going to be boring. Hopefully the next report will be from on the road.

In this sense, we wish you all a peaceful remaining Advent season and a Merry Christmas with your loved ones.

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