Vor ein paar Tagen habe ich einen witzigen Spruch in einem Segelblog gelesen „Das Kap wo sich Mut und Wahnsinn trennen“.
Kap Hoorn, eine Landspitze der chilenischen Felseninsel Isla Hornos, einer der südlichsten Punkte Südamerikas. Die Umrundung gilt als eine der größten Herausforderungen im Segelsport und als Höhepunkt einer Weltumsegelung. So zu sagen der „Mount Everest für Segler“
Wir haben es getan!
Nach 2 Wochen intensiver Suche nach einem passenden Wetterfenster lösen wir am 16.02.2026 um 9:30 unsere Leinen in Puerto Williams und machen uns auf Richtung Kap Hoorn. Mit uns fährt Osvaldo mit seiner Goya III, ein Chilene, der diese Touren kommerziell für zahlende Kunden anbietet. Da er schon sehr lange zur See fährt und zwischenzeitlich als Leuchtturmwärter und Funker am Kap Hoorn gerarbeitet hat, unterstützt er uns mit seiner großen Erfahrung bei der Begutachtung des Wetters und der Route und bestätigt damit unsere Planung.
Falls jemand von Euch mal einen Segeltörn hier in Patagonien machen möchte, können wir Osvaldo wärmstens empfehlen.
https://www.polarwind-expeditions.com/de/skipper
Segelreisen & Expeditionen
Osvaldo E. Escobar Torres
Tel +49 (0)176 45 744 979
Mail info@polarwind-expeditions.com
Mittags erreichen wir unseren ersten Stop, Puerto Torro. Hier bleiben wir ein paar Stunden, bevor es dann am Abend weitergeht. Bei der Routenplanung muss nicht nur Wind und Wetter berücksichtigt werden, sondern auch, wann man wo sein möchte. Die Durchfahrt der verschiedenen Kanäle ist z.B. nicht im Dunkeln zu empfehlen, ausser man weiss genau wo die Felsen und der Kelp liegen. Die Seekarten sind leider auch nicht immer ganz genau. Da wir nicht alleine unterwegs sind, können wir die nächste Passage aber im Dunkeln fahren, ansonsten hätten wir bis zum ersten Tageslicht gewartet. Um 20:30 verlassen wir Puerto Torro und folgen der Goya III in Richtung Paso Goree, vorbei an der Isla Lennox, wo irgendwo ein Felsen im Wasser liegt, den man schon am Tag nicht immer sieht, je nach Tide. Alleine hätten wir uns das nicht getraut. Aber auch das Folgen eines anderen Bootes im Dunkeln ist nicht ohne. Für mich ist es schier unmöglich den Abstand einzuschätzen. Zum Glück zeigt unser Radar genau an, wie weit wir vom vorausfahrenden Boot entfernt sind, damit wir rechtzeitig reagieren können. Weiter geht es Richtung Paso Mardelsur, zwischen Isla Herschel (benannt nach dem britischen Astronomen John Herschel) und Isla Deceit zur Isla Hornos. Um 6:40 morgens am 17.02.2026 taucht das Kap vor uns auf, ein erhabener Anblick. Kurz überlegen wir, dass Beiboot runter zu lassen und zum Leuchtturm Wärter an Land zu fahren, entscheiden uns dann aber dagegen und umrunden das Kap von Ost nach West auf den Spuren der Bounty. Allerdings hatte die damals weniger Glück und musste ihren Versuch nach 30 Tagen erfolglos aufgeben, was am Ende die Meuterrei und das Aussetzen des Kapitäns zur Folge hatte. In diesem Fall hatte Franz, als Kapitän, Glück und durfte bleiben 😉. Wir genießen den Blick auf eine atemberaubende Landschaft und sind stolz es geschafft zu haben, aber auch ehrfürchtig und dankbar, dass uns der Ozean wohl gesonnen war. Die Naturgewalten können hier gnadenlos sein. Danach geht es auf der gleichen Route wieder zurück Richtung Puerto Williams. Da für den übernächsten Tag stärkerer Wind von vorne angesagt ist, übernachten wir nicht noch einmal, sondern fahren in einem Stück zurück. Auf unserem Weg sehen wir so viel von der Artenreichen Fauna Patagoniens, Orcas, Finnwale, Seelöwen, Robben, Pinguine Delfine, und jede Menge Wasservögel. Am lustigsten sind die großen Seemöwen. Sie sitzen auf dem Wasser bis zum letzten Moment, bevor das Boot sie überfährt und versuchen dann zu starten. Der Versuch wirkt zu komisch, wie ein vollbesetzter A380 mit zu kurzer Startbahn. Oft heben sie gar nicht ab, sondern rennen flügelschlagend über das Wasser um sich dann möglichst schnell wieder niederzulassen 😂.
Um 21:30 am 17.02.2026 erreichen wir müde aber glücklich Puerto Williams und unseren Liegeplatz. Freundliche Helfer stehen schon parat und wir werden von allen Seiten beglückwünscht. Damit haben wir die für uns größte Challenge auf unserer Reise gemeistert.
Die nächsten 2 Wochen bleiben wir noch in Puerto Williams und warten auf einen Segler, den wir in Piriapolis kennengelernt haben und dessen Boot hier in Puerto Williams an der Boje hängt. Er bringt uns eine neue Wasserpumpe für unseren Generator mit. Sobald diese eingebaut ist, geht es weiter durch die Kanäle. Darauf freuen wir uns schon sehr. Bis dahin werden wir die Landschaft hier genießen und an den schönen Tagen (hier kann auch im Sommer Winter sein) noch den einen oder anderen Ausflug machen.
A few days ago, I read a funny quote in a sailing blog: “The cape where courage and madness part ways.”
Cape Horn, a headland on the Chilean rocky island of Isla Hornos, one of the southernmost points of South America. Circumnavigating it is considered one of the greatest challenges in sailing and the highlight of a round-the-world trip. It is, so to speak, the “Mount Everest for sailors.”
We did it!
After two weeks of intensively searching for a suitable weather window, we cast off from Puerto Williams at 9:30 a.m. on February 16, 2026, and set course for Cape Horn. Accompanying us is Osvaldo with his Goya III, a Chilean who offers these tours commercially to paying customers. Having sailed the seas for a very long time and worked as a lighthouse keeper and radio operator at Cape Horn, he supports us with his vast experience in assessing the weather and the route, thus confirming our planning.
If any of you would like to go on a sailing trip here in Patagonia, we can highly recommend Osvaldo.
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Osvaldo E. Escobar Torres
Tel +49 (0)176 45 744 979
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At noon, we reach our first stop, Puerto Torro. We stay here for a few hours before continuing in the evening. When planning the route, it is important to consider not only the wind and weather, but also when you want to be where. For example, it is not advisable to navigate the various channels in the dark unless you know exactly where the rocks and kelp are located. Unfortunately, the nautical charts are not always entirely accurate. Since we are not traveling alone, we can navigate the next passage in the dark; otherwise, we would have had to wait until daybreak. At 8:30 p.m., we leave Puerto Torro and follow the Goya III towards Paso Goree, past Isla Lennox, where there is a rock in the water somewhere that is not always visible during the day, depending on the tide. We would not have dared to do this alone. But following another boat in the dark is not without its challenges either. For me, it is almost impossible to estimate the distance. Fortunately, our radar shows exactly how far we are from the boat ahead, so we can react in time. We continue towards Paso Mardelsur, between Isla Herschel (named after the British astronomer John Herschel) and Isla Deceit to Isla Hornos. At 6:40 a.m. on February 17, 2026, the cape appears in front of us, a sublime sight. We briefly consider lowering the dinghy and sailing to the lighthouse keeper on shore, but then decide against it and circumnavigate the cape from east to west in the footsteps of the Bounty. However, the Bounty was less fortunate at the time and had to abandon its attempt after 30 days without success, which ultimately resulted in mutiny and the captain being set adrift. In this case, Franz was lucky as captain and was allowed to stay 😉. We enjoy the view of the breathtaking landscape and are proud to have made it, but also awestruck and grateful that the ocean was kind to us. The forces of nature can be merciless here.
Afterwards, we take the same route back towards Puerto Williams. As stronger headwinds are forecast for the day after tomorrow, we don’t stay overnight again, but drive back in one go. On our way, we see so much of Patagonia’s species-rich fauna, orcas, fin whales, sea lions, seals, penguins, dolphins, and lots of water birds. The most amusing are the large seagulls. They sit on the water until the last moment before the boat passes them and then try to take off. The attempt looks comical, like a fully occupied A380 with a runway that is too short. Often they don’t take off at all, but run across the water flapping their wings and then settle down again as quickly as possible.
At 9:30 p.m. on February 17, 2026, we arrive tired but happy in Puerto Williams and at our berth. Friendly helpers are already waiting for us and we are congratulated from all sides. We have thus mastered the biggest challenge of our journey.
We will stay in Puerto Williams for the next two weeks and wait for a sailor we met in Piriapolis, whose boat is moored here in Puerto Williams. He is bringing us a new water pump for our generator. As soon as it is installed, we will continue through the canals. We are really looking forward to that. Until then, we will enjoy the landscape here and take a few trips on the beautiful days (it can be winter here even in summer).










Wir bewundern euch und wünschen noch sehr viele schöne Erlebnisse auf euren Fahrten
Vielen lieben Dank Euch 🙂