19-09-2024 – Vieste
19-09-2024 – Vieste

19-09-2024 – Vieste

Nun sind wir also in Vieste angekommen. Vom Anlegen habe ich nicht all zu viel mitbekommen, da ich noch immer mit Fieber in der Koje liege und nur feststelle, dass unser Boot plötzlich so schön ruhig liegt. Damit ergebe ich mich auch schon wieder dem Land der Träume, hoffentlich geht es mir morgen besser.

Vieste, ursprünglich ein Fischerdorf, heute stark vom Tourismus frequentiert, wurde geschichtlich das erste mal im 15. Jahrhundert v. Chr. erwähnt, als Reste einer Wehrmauer mit angebauter Hütte und darin ein Fragment mykenischer Keramik gefunden wurde. Unweit davon fanden sich Gräber, darunter auch Reste eines Felsengrabs aus der mittleren bis späten italienischen Bronzezeit. Erste Besiedlung auf dem Gebiet des heutigen Vieste hat zwischen dem 10. und 6. Jahrhundert v. Chr. stattgefunden. Umstritten ist die Herkunft des Namens, manche leiten in vom Vorhandensein eines Tempels der Göttin Vesta ab, andere vom Namen Apeneste den es in römischer Epoche gehabt haben soll. Regelmässig gab es Angriffe und Plünderungen, die schlimmste 1554 endete mit der Verschleppung von 7000 und der Enthauptung mehrerer Hundert Einwohner auf einem Felsen. Dieser ist noch heute im Stadtzentrum zu sehen.

Am Freitag ging es mir dann endlich besser und wir machten uns auf, Vieste zu besichtigen. Das Städtchen ist wirklich sehr entzückend. Viele kleine enge Gässchen. Wäsche an den Balkonen, Italien Flair pur. In jeder noch so kleinen Nische finden sich Tische und Restaurants. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter, obwohl es nach Regen aussah, blieb es weitgehend trocken. Die Stadt war belebt, aber nicht überfüllt, allerdings möchte man sich nicht vorstellen, wie sich hier im Juli und August die Touristenmassen durchschieben. Auch an den Preisen hat man es deutlich gemerkt dass alles stark auf Tourismus ausgelegt ist. Trotzdem sehr empfehlenswert.

Am Samstag war dann Franz Geburtstag und wie er es sich gewünscht hatte konnte er schon auf dem Boot feiern, nur die 40kn Halbwind zum Segeln konnte ich auf die schnelle nicht organisieren. Wind ist hier eh Mangelware. Seid wir los sind gibt es entweder nichts oder auf die Nase. Ich glaube unser Motor ist noch nie so lange am Stück gelaufen. Vorsichtshalber hat Franz am Nachmittag mal den Keilriemen der Lichtmaschine gewechselt (wir hatten zeitweise schon manch interessantes Geräusch) während ich den Waschsalon nahe der Marina aufgesucht habe. Für mich war das ja mal eine gänzlich neue Erfahrung, aber durchaus sehr positiv. Nach 3h Stunden und 30€ ärmer (2Maschinen Wäsche, 2 Ladungen Trockner) war ich wieder am Boot. Am Abend waren wir dann zur Feier des Tages noch schön Essen und hatten ausgezeichnetes Seafood, Pasta und Carne zu einem guten Preis.

Ursprünglich wollten wir ja die Marina erst Montag Mittag verlassen, allerdings hat uns der prognostizierte Gegenwind dann doch schon Sonntag Vormittag aufbrechen lassen um dem Gegenwindgebiet soweit als möglich davon zu fahren. Bisher ist uns dass ganz gut gelungen. Das nächste Update gibt es dann vom Absatz des Stiefels.

So now we’ve arrived in Vieste. I didn’t notice too much of the mooring, as I was still lying in my bunk with a fever and only noticed that our boat was suddenly so calm. With that I surrender to the land of dreams again, hopefully I’ll feel better tomorrow.

Vieste, originally a fishing village, now heavily frequented by tourists, was first mentioned historically in the 15th century BC, when the remains of a defensive wall with an attached hut and a fragment of Mycenaean pottery were found. Not far from here, graves were found, including the remains of a rock tomb from the Middle to Late Italian Bronze Age. The first settlement in the area of today’s Vieste took place between the 10th and 6th centuries BC. The origin of the name is disputed, some derive it from the existence of a temple to the goddess Vesta, others from the name Apeneste, which it is said to have had in Roman times. There were regular attacks and plundering, the worst of which ended in 1554 with the abduction of 7000 inhabitants and the beheading of several hundred on a rock. This can still be seen in the city center today.

On Friday I finally felt better and we set off to visit Vieste. The little town is really charming. Lots of narrow little streets. Laundry on the balconies, pure Italian flair. There are tables and restaurants in every little niche. We were very lucky with the weather, although it looked like rain, it stayed dry for the most part. The city was lively but not overcrowded, although you wouldn’t want to imagine the crowds of tourists pushing their way through here in July and August. It was also clear from the prices that everything is heavily geared towards tourism. Nevertheless, highly recommended.

Saturday was Franz’s birthday and, as he had wished, he was able to celebrate on the boat, but I couldn’t organize the 40kn half wind for sailing quickly. Wind is in short supply here anyway. Since we set off there’s either nothing or on the nose. I don’t think our engine has ever run for so long in one go. As a precaution, Franz changed the alternator belt in the afternoon (we had some interesting noises at times) while I went to the launderette near the marina. This was a completely new experience for me, but a very positive one. After 3 hours and €30 less (2 washing machines, 2 loads of dryers), I was back at the boat. In the evening we went out for a nice meal to celebrate the day and had excellent seafood, pasta and carne at a good price.

Originally we didn’t want to leave the marina until Monday lunchtime, but the forecast headwind made us set off on Sunday morning to get as far away from the headwind area as possible. So far we’ve managed that quite well. The next update will be from the heel of the boot.