27-10-2024 – Man kennt sich
27-10-2024 – Man kennt sich

27-10-2024 – Man kennt sich

Und wir konnten tatsächlich Segeln, fast die ganze Strecke nach Almerimar mit Raumwind. Ein Traum.

Aber von Anfang an.

Noch vor Moraira hat Franz die Marina in Almerimar über Navily kontaktiert und unser Kommen in 48h, für 3 Wochen, angekündigt. Wir gingen davon aus, damit passt alles. Ist schliesslich Nachsaison. Am nächsten Tag dann die grosse Überraschung. Die Marina ist ausgebucht. Wie, ausgebucht? Die haben 1100 Plätze, die nehmen uns doch auf den Arm. Nein, haben sie nicht. Das gab dann erstmal lange Gesichter. Damit hatten wir so garnicht gerechnet. Was tun? Zuerst einmal haben wir alle möglichen anderen Marinas auf der Strecke, vor und nach Almerimar, herausgesucht und per Email nach einem Liegeplatz für 3 Wochen gefragt.

Dazu muss man wissen, dass Almerimar zwar eine Massenabfertigung fest in deutscher/deutsschsprachiger Seglerhand ist, aber alle Gewerke die für so ein Segelboot/Motorboot notwendig sind auf dem riesigen Gelände vereint. Zusätzlich gibt es, wie in einer kleinen Stadt, so ziemlich alles an Infrastruktur, inkl. Tierkliniken, Arztpraxen jeder Fachrichtung und unzählige Restaurants und Bars. Und genau das ist Almerimar, ein künstliches Marinadorf. Uns war es hauptsächlich bekannt aus den You Tube Videos der Segler, denen wir schon eine ganze Weile folgen. Daraus ergaben sich auch die Informationen über Bootsreparaturen und Instandsetzungen jeglicher Art, die hier deutlich günstiger vorgenommen werden können. Ausserdem überwintern viele Segler hier. Das erklärt dann natürlich, warum die Marina um diese Zeit ausgebucht war, Hauptsaison ist hier von September bis April.

Aber zurück zu unserem Problem. Da wir nicht nur einen Liegeplatz sondern auch verschiedene Dienstleistungen benötigen, war es nicht so einfach auf die schnelle eine passende Marina zu finden. Verschiedene Optionen wurden diskutiert und ein Email nach Almerimar geschickt mit dem Zusatz dass wir umfangreiche Reparaturen vornehmen lassen wollen. 😉 Obwohl das Ziel nach wie vor ungewiss war, die anderen Marinas hatten sich auch nicht zurückgemeldet, beschlossen wir uns zumindest mal auf eine mögliche Abfahrt am Spätnachmittag vorzubereiten. Um den Raumwind optimal zu nutzen, hatten wir vor zum erstmal unsere Genua mit dem Spinnakerbaum auszubaumen. Wie alles andere auf unserem Schiff sind auch die Spinnakerbäume überdimensioniert und unfassbar schwer. Trotzdem haben wir den Baum relativ schnell vorbereitet und weil dass alles so gut ausgesehen hat, beschlossen wir doch gleich loszufahren. Vorher haben wir noch unsere Baumbremse für das Grossegel installiert (die Baumbremse sorgt dafür, dass das Segel bei einem Winddreher nicht mit Schwung auf die andere Seite kracht, sondern langsam rüberkommt) und alle anderen nötigen Vorbereitungen getroffen. Dann hiess es Anker auf um 17:00 und los ging’s. Die Ausfahrt aus der Bucht ging super, aber das Setzen des Grossegels war dann wieder eine Challenge für mich. Um das Segel hochzuziehen muss man das Boot in den Wind stellen, heisst der Wind muss von vorne kommen damit kein Druck im Segel ist. Erst wenn das Setzen abgeschlossen ist, dreht man das Boot wieder zurück so dass Wind einfallen kann und man Fahrt aufnimmt. Die Genua dagegen (das Segel das ganz vorne am Bug ist) kann man jeder Zeit ausrollen und einziehen (ich liebe dieses Segel ;-)) Kaum waren wir raus aus der Bucht fiel der Wind plötzlich mit Böen über 20kn ein und ich hatte meine liebe Mühe das Boot in den Wind zu drehen. Schlussendlich sind wir gegen den Wind wieder langsam in die Bucht zurückgefahren und sobald der Wind etwas nachgelassen hat, konnte Franz das Grosssegel setzen. So starteten wir in die erste Nacht. Der Wind kam wie angesagt und wir segelten mit ausgebauter Genua und Grossegel mit 5-6kn gemütlich dahin. Ein tolles Gefühl, dass nur noch gekrönt wurde von den ersten Delphinen die uns auf unserer Reise besuchten. So muss Segeln sein.

In der Nacht blieb alles weitgehend unspektakulär, allerdings ist der Wind irgendwann eingebrochen und der Motor musste ein wenig laufen. Am nächsten Tag dann die grosse Überraschung, es gibt doch einen Platz in Almerimar (man hat wohl die Kasse klingeln hören).

Somit war unser Ziel nun auch fix und mit ein wenig Kursabweichung (genau genommen 6h länger) konnten wir fast die gesamte Strecke segeln. So schön

Um 14:00 am Donnerstag erreichten wir Almerimar und ich muss zugeben, etwas aufgeregt war ich schon, wusste ich doch, dass sowohl Martin Jambo als auch Karl Ocean (wir folgen ihnen auf You Tube) derzeit in der Marina liegen und natürlich wollte ich sie gerne mal Live und in Farbe sehen. Da traf es sich hervorragend, dass just an diesem Abend der Trans Ocean (wir sind natürlich auch Mitglied) Stammtisch der Segel Community stattfand. Kurz entschlossen kontaktierte ich über Instagram Martin Jambo und ließ mir Ort und Uhrzeit geben.

Nach einem kurzen Stopp zum Anmelden beim Marina Office, wurde uns dann unser Stellplatz zugewiesen. Für die Segler unter Euch, ich habe selten bisher solch grindige Mooringleinen gesehen. Da waren halbe Muschelbänke drauf und eine schwarze Brühe lief/spritze beim Anziehen aufs Boot und auf mich. Anscheinend war dem Marinero der Zustand der Mooring dann auch peinlich, denn er kam an Bord und übernahm das Festmachen. Von oben bis unten voller Dreck war ich nicht traurig über die Hilfe. Trotzdem gab es ein Anlegerbier und wir waren froh da zu sein. Nun war es an der Zeit Franz auf meine Idee des Seglerstammtisches vorzubereiten, die Begeisterung hielt sich wie erwartet in Grenzen und ich musste etwas Überzeugungsarbeit leisten, aber am Ende waren wir um 19:00 an der Location. Es wurde ein sehr netter Abend unter Gleichgesinnten und wir erhielten auch gleich alle nötigen (oder auch nicht) Infos und Ratschläge der Community.

Man kennt sich eben.

Für die nächsten 3 Wochen ist das hier nun unser Standort. In die notwendigen What´s App Gruppen bin ich inzwischen aufgenommen und ab morgen beginnt die Arbeit am Boot.

And we were actually able to sail almost the whole way to Almerimar with a following wind. A dream.

But from the beginning.

Before Moraira, Franz contacted the marina in Almerimar via Navily and announced our arrival in 48 hours for 3 weeks. We assumed that everything would be fine. After all, it’s the off-season. The next day, we got a big surprise. The marina is fully booked. What do you mean, fully booked? They have 1100 places, they’re taking the piss. No, they haven’t. That made for a few long faces. We hadn’t reckoned on that at all. What to do? First of all, we looked up all the other marinas along the route, before and after Almerimar, and emailed to ask for a berth for three weeks.

It is important to know that Almerimar, although a mass processing center firmly in the hands of German-speaking sailors, combines all the trades necessary for a sailboat/powerboat on the huge site. In addition, like a small town, it has just about every infrastructure, including veterinary clinics, doctors‘ offices of every specialty, and countless restaurants and bars. And that’s exactly what Almerimar is, an artificial marina village. We mainly knew it from the YouTube videos of the sailors we’ve been following for quite a while. This is also where we got the information about boat repairs and maintenance of all kinds, which can be done here much more cheaply. In addition, many sailors spend the winter here. This explains why the marina was fully booked at this time of year; the main season here is from September to April.

But back to our problem. Since we not only need a berth but also various services, it was not so easy to find a suitable marina quickly. Various options were discussed and an email was sent to Almerimar with the addition that we wanted to have extensive repairs carried out. 😉 Although the destination was still uncertain, the other marinas had not reported back, we decided to at least prepare for a possible departure in the late afternoon. To make optimal use of the wind, we planned to take our genoa down with the spinnaker pole for the first time. Like everything else on our ship, the spinnaker poles are oversized and incredibly heavy. Nevertheless, we prepared the boom relatively quickly and because everything looked so good, we decided to set off right away. Before that, we installed our boom brake for the mainsail (the boom brake ensures that the sail does not crash with momentum onto the other side when the wind changes, but comes over slowly) and made all the other necessary preparations. Then it was time to weigh anchor at 5:00 p.m. and off we went. The exit from the bay went great, but setting the mainsail was a challenge for me again. To hoist the sail, you have to turn the boat into the wind, which means the wind has to come from the front so that there is no pressure in the sail. Only when the setting is complete, you turn the boat back so that wind can enter and you pick up speed. The Genoa, on the other hand (the sail that is at the very front of the bow) can be rolled out and retracted at any time (I love this sail ;-)) As soon as we were out of the bay, the wind suddenly dropped with gusts of over 20 knots and I had a hard time turning the boat into the wind. In the end, we slowly sailed back into the bay against the wind and as soon as the wind died down a bit, Franz was able to set the mainsail. So we started the first night. The wind came as forecast and we sailed comfortably with the genoa and mainsail extended at 5-6 knots. A great feeling that was only topped by the first dolphins to visit us on our trip. That’s how it should be.

During the night, everything remained largely unspectacular, but the wind dropped at some point and the engine had to run a little. The next day, we were in for a big surprise: there is a berth in Almerimar after all (they must have heard the cash register ringing).

So our destination was now fixed and with a slight deviation from the course (actually 6 hours longer), we were able to sail almost the entire route. So beautiful

At 2:00 p.m. on Thursday we reached Almerimar and I have to admit, I was a bit excited, knowing that both Martin Jambo and Karl Ocean (we follow them on You Tube) are currently in the marina and of course I wanted to see them live and in color. It was a perfect coincidence that the Trans Ocean (we are also members, of course) sailing community meet-up was taking place that evening. I quickly contacted Martin Jambo via Instagram and got the time and place.

After a quick stop to register at the marina office, we were then assigned our parking space. For the sailors among you, I have rarely seen such dirty mooring lines. There were half mussel banks on it and a black broth ran / splashed when I put it on the boat and on me. Apparently, the Marinero was embarrassed by the condition of the mooring, because he came on board and took over the mooring. From top to bottom full of dirt, I was not sad about the help. Nevertheless, there was a beer and we were glad to be there. Now it was time to prepare Franz for my idea of a regulars‘ table for sailors. As expected, his enthusiasm was limited and I had to do some convincing, but in the end we were at the location at 7:00 p.m. It was a very nice evening among like-minded people and we also received all the necessary (or not) information and advice from the community.

They just know each other.

For the next three weeks, this is now our location. I have now been added to the necessary WhatsApp groups and work on the boat begins tomorrow.