Da wir doch noch etwas länger hier in Puerto Williams sind, beschließen wir, noch einmal eine Wanderung zu unternehmen. Diesmal mit Übernachtung im Zelt. Feuerland ist bekannt für seine vielfältigen Wander-und Trekkingtouren mit unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrad. Wir entscheiden uns für die Tour zur Laguna Alinghi, 22km, 500 Höhenmeter, ohne nennenswerte technische Schwierigkeiten und einem schönen Zeltplatz, also genau richtig für uns 😉. Gesagt getan geht es am Mittwoch mit gepackten Rucksäcken bei strahlend schönem Wetter los. Die erste Schwierigkeit der angeblich so „einfachen“ Strecke erwartet uns noch in Puerto Williams. Obwohl wir eine Karte haben, können wir den Beginn des Wanderweges nicht finden. Fast eine Stunde irren wir durch den Ort, bevor Franz einen Trampelpfad entdeckt der zumindest in die richtige Richtung geht. Ich folge mit einer gewissen Skepsis, da ich mich im Vorfeld ein wenig über die Route schlau gemacht habe, die laut Angabe gut ausgeschildert sein soll. Markierungen sehe ich jetzt hier aber keine. Eine Weile können wir dem Pfad folgen und finden sogar den Rio Ukika, an dem unser Weg eigentlich entlang gehen soll, bis uns auffällt, dass wir mit dem Fluß anstatt gegen die Fließrichtung gehen. Wir befinden uns auf der falschen Seite und suchen nun einen Übergang über das Wasser. Ich denke, uns ist jetzt schon klar, dass wir nicht auf dem richtigen Weg sind, glauben aber noch daran, dass zumindest die Richtung stimmt. Nachdem wir den Fluß überquert haben, stehen wir schon wieder an. Vor uns geht es steil bergauf und Franz klettert hinauf, um die Lage zu checken. Bei mir stellt sich jetzt ein gewisser Unmut ein, da ich sicher bin, dass auch da oben kein Weg geht, wir sind völlig off road. Franz kehrt zurück und bestätigt, dass es da oben schon weitergeht (ich bin zunehmend misstrauisch). Er nimmt meinen Rucksack und ich klettere hinter ihm hinauf. Das soll auf unserer Tour nicht das letzte Mal gewesen sein, das weiß ich aber zum Glück noch nicht. Oben stehen wir mitten im Wald. Durch freilaufende Pferde und Rinder gibt es immer wieder Trampelpfade und hin und wieder auch Spuren menschlicher Zivilisation in Form von Abfall, so dass wir das Gefühl haben, nicht ganz falsch zu sein. Allerdings enden diese Pfade meist irgendwo im Gebüsch oder vor Windbruch, und davon gibt es hier eine Menge. Es beginnt ein auf und ab durch unwegsames Gelände, über und unter Baumstämmen, durch Moor und Matsch, ein richtiger Hindernis Trail. Wir sind natürlich entsprechend langsam und es kostet Kraft. Trotzdem genießen wir es noch, die Landschaft ist auch einfach traumhaft schön. So geht es über 2 Stunden dahin und plötzlich haben wir den Weg gefunden. Ich hab ja nicht mehr daran geglaubt. Es geht sich so viel leichter und wir kommen jetzt deutlich schneller voran, haben wir doch in den vergangenen Stunden nur 3 km von 22 geschafft. Noch gehen wir davon aus, dass wir es bis zu unserem Ziel schaffen. Eine Weile geht es, vorbei an markierten Bäumen, gut voran, aber man muss höllisch aufpassen, dass man den Weg nicht verliert. Einmal einem umgefallenen Baumstamm ausgewichen und schon ist man wieder off road unterwegs. Irgendwann werden dann die Markierungen weniger und der Weg immer schwieriger, ständig Hindernisse und matschige Stellen, wo man problemlos bis über die Knöchel einsinken kann. Der Spass hat allmählich echt ein Loch. Nach 5.5h und 6km erreichen wir schließlich eine offene Fläche von Wasserläufen durchzogen, wo sich Biber niedergelassen haben. Wir entscheiden, unseren ursprünglichen Plan aufzugeben und unsere Tour hier zu beenden. Wir haben noch nicht einmal die Hälfte geschafft und auch keine Ahnung wie und wo es weitergeht, da keine Markierungen mehr zu sehen sind. Nach einiger Suche finden wir eine trockene Stelle und bauen unser Zelt auf. Es ist so schön hier, das Wasser plätschert vorbei und die Sonne scheint noch immer . Wir bauen eine Feuerstelle, sammeln Holz und kochen Wasser für unsere Trockennahrung. Geschmacklich durchaus ausbaufähig, aber es füllt. Anschließend kochen wir Tee für den nächsten Tag und sitzen noch ein wenig am Feuer, bis die Sonne hinter den Bergen verschwindet und es frisch wird. Im Zelt ist es gemütlich und in den dicken Schlafsäcken kuschelig warm. Am nächsten Morgen bei erneut strahlend schönem Wetter packen wir alles zusammen und treten den Rückweg an. In unserer Nähe hat sich ein Rudel verwilderter Hunde niedergelassen. Zuerst betrachte ich sie skeptisch, aber sie sind absolut friedlich und beäugen uns neugierig aus der Ferne.Wenn man einmal weiß wo man hin muss, geht es soviel einfacher. Wir benötigen diesmal nur knapp 2 Stunden bis wir wieder in der Zivilisation sind. Jetzt sehen wir auch, wo der eigentliche Weg begonnen hätte, ein ganzes Stück ausserhalb von Puerto Williams. Inzwischen spüre ich meine Beine schon ziemlich und bin sehr froh als wir das Cafe Mi am Ortseingang erreichen. Dort lassen wir bei Kaffe und Käsetoast unsere Wanderung ausklingen. Zusammenfassend kann man sagen: Schön war´s, aber die richtigen Wege mit ungenauen Karten zu finden gestaltet sich sehr schwierig, ausserdem wird ab einem bestimmten Punkt der Weg nicht mehr von umgefallenen Baumstämmen befreit, was die Wanderung zu einer Hindernistour macht. Zurück am Schiff ist erst einmal ausruhen angesagt. Am Abend sind wir dann auf einem 40sten eingeladen, der in der Bar der Micalvi gefeiert wird. Die Segler Community hier ist einfach wunderbar, eine richtig kleine Familie. Am Spätnachmittag kommt auch noch die Crew der Vive la Vie hier an. Wir waren zusammen in Mar del Plata und freuen uns riesig sie zu sehen. Der Abend ist kurzweilig und für den nächsten Abend wird dann auch gleich noch ein Barbecue verabredet. Hier gibt es immer irgendetwas zu feiern.
Since we are staying a little longer here in Puerto Williams, we decide to go on another hike. This time with an overnight stay in a tent. Tierra del Fuego is known for its diverse hiking and trekking tours of varying lengths and degrees of difficulty. We decide on the tour to Laguna Alinghi, 22 km, 500 meters of elevation gain, no significant technical difficulties, and a beautiful campsite, so just right for us 😉. No sooner said than done, we set off on Wednesday with our backpacks packed in glorious weather. The first difficulty of the supposedly “easy” route awaits us in Puerto Williams. Although we have a map, we cannot find the start of the trail. We wander around the town for almost an hour before Franz discovers a footpath that at least goes in the right direction. I follow with a certain amount of skepticism, as I had done some research on the route beforehand and according to the information I had, it was supposed to be well signposted. But I don’t see any markings here. We follow the path for a while and even find the Rio Ukika, which our route is supposed to follow, until we realize that we are walking with the river instead of against the direction of flow. We are on the wrong side and now look for a crossing over the water. I think it’s already clear to us that we’re not on the right path, but we still believe that at least the direction is correct. After crossing the river, we come to a halt again. Ahead of us, the path climbs steeply uphill and Franz climbs up to check the situation. I start to feel a certain amount of resentment, as I am sure that there is no path up there either; we are completely off-road. Franz returns and confirms that the path continues up there (I am increasingly suspicious). He takes my backpack and I climb up behind him. This won’t be the last time on our tour, but luckily I don’t know that yet. At the top, we find ourselves in the middle of the forest. Free-roaming horses and cattle have created a network of trails, and every now and then we see traces of human civilization in the form of trash, which makes us feel like we’re not completely lost. However, these paths usually end somewhere in the bushes or in front of windfall, and there is a lot of that here. We begin to go up and down through rough terrain, over and under tree trunks, through moorland and mud, a real obstacle course. Of course, we are slow and it takes a lot of energy. Nevertheless, we still enjoy it, the landscape is simply beautiful. We continue like this for over 2 hours and suddenly we find the path. I had given up hope. It is so much easier now and we are making much faster progress, having only managed 3 km of the 22 km in the past few hours. We still assume that we will make it to our destination. For a while, we make good progress past marked trees, but you have to be extremely careful not to lose the path. Once you’ve dodged a fallen tree trunk, you’re off-road again. At some point, the markings become fewer and the path increasingly difficult, with constant obstacles and muddy spots where you can easily sink up to your ankles. The fun is gradually wearing off. After 5.5 hours and 6 km, we finally reach an open area criss-crossed by watercourses where beavers have settled. We decide to abandon our original plan and end our tour here. We haven’t even made it halfway and have no idea how and where to continue, as there are no more markings to be seen. After some searching, we find a dry spot and pitch our tent. It’s so beautiful here, with the water splashing by and the sun still shining. We build a fire pit, collect wood, and boil water for our dry food. The taste could definitely be improved, but it fills us up. Then we make tea for the next day and sit by the fire for a while until the sun disappears behind the mountains and it gets chilly. It’s cozy in the tent and snug and warm in the thick sleeping bags. The next morning, with the weather once again beautiful, we pack everything up and start our way back. A pack of feral dogs has settled near us. At first, I view them with skepticism, but they are completely peaceful and watch us curiously from a distance. Once you know where you’re going, it’s so much easier. This time, it takes us just under two hours to get back to civilization. Now we can see where the actual trail would have started, quite a distance outside of Puerto Williams. By now, my legs are really feeling it, and I’m very happy when we reach Cafe Mi at the entrance to the town. There, we end our hike with coffee and cheese toast. In summary, you could say: It was nice, but finding the right paths with inaccurate maps is very difficult, and at a certain point, the path is no longer cleared of fallen tree trunks, which turns the hike into an obstacle course. Back on the ship, it’s time to rest. In the evening, we are invited to a 40th birthday party, which is being celebrated in the Micalvi bar. The sailing community here is simply wonderful, a real little family. In the late afternoon, the crew of the Vive la Vie also arrives. We were together in Mar del Plata and are very happy to see them. The evening is entertaining and a barbecue is arranged for the next evening. There is always something to celebrate here.













