26-12-2024 – Frohe Weihnachten
26-12-2024 – Frohe Weihnachten

26-12-2024 – Frohe Weihnachten

Das dieses Jahr alles etwas anders ist, daran haben wir uns ja inzwischen schon gewöhnt. Und dies betrifft natürlich auch die Adventszeit sowie die Weihnachtstage. Das erste Mal in ganz vielen Jahren gab es es weder einen Adventskranz noch einen Christbaum. Auch Weihnachtsdeko, Plätzchen oder einen Adventskalender suchte man vergeblich. Dafür gibt es T-Shirt Wetter, Sonne satt und Sommerfeeling. Somit stellte sich natürlich auch keine Weihnachtsstimmung ein. Diese ganze „stade Zeit“ ging völlig an uns vorüber. Aber um ehrlich zu sein, gefehlt hat es uns nicht. Auch das kalte Wetter und der Schnee geht zumindest mir nicht ab.

Wir hatten uns nach 2 Monaten Almerimar dort richtig gut eingelebt, hatten Freundschaften geschlossen und der Abschied ist uns nicht leicht gefallen. Dennoch haben wir entschieden, die Marina noch vor den Feiertagen mit dem nächsten passenden Wetterfenster Ri Lanzarote zu verlassen, wohlwissend, dass wir die Feiertage auf See verbringen würden. Trotzdem war die Vorfreude gross, das Unterwegs sein hatte uns jetzt immer mehr gefehlt. So verließen wir am Sonntag den 22.12.24 am Vormittag Almerimar und nahmen Kurs auf Lanzarote. Das Wetter war sonnig und Segelwind gab es keinen, aber das ist ja nichts neues. Die ersten 30min lief alles gut und wir genossen es, wieder auf dem Wasser zu sein. Dann, mit einem Mal, ein hohes singendes Geräusch, durchdringend laut und unangenehm. Wir stoppten die Maschine und waren ersteinmal etwas überfordert. Dann machten wir uns auf die Suche. Nach und nach fanden wir heraus, das die Geräuschentwicklung drehzahlabhängig war (zwischen 1000 und 1500 Umdrehungen, darüber und darunter nicht), was für uns den Schluss zuließ, es hat wohl mit der Welle zu tun. Zumal das Geräusch in unserer Kabine mit Abstand am lautesten zu hören war. Was nun tun? Umdrehen zurück nach Almerimar? Weiter fahren? Die Stimmung hatte bereits wieder den Gefrierpunkt erreicht.

Ich kann mir vorstellen, dass sich viele von Euch jetzt fragen, warum man sich das antut, warum man sich freiwillig dafür entscheidet, sich um die Welt zu reparieren, ob der Benefit den Ärger und Frust überwiegt. Und ja, wir ärgern uns, und ja wir sind frustriert das unsere Pläne meist nicht aufgehen. Aber trotzdem würden wir dieses Leben nicht aufgeben wollen.

Nach etlichen Versuchen mit der Drehzahl, Lösungsversuchen im Motorraum und Diskussionen, entschieden wir, weiterzufahren und bei Estepona vor der Küste ein paar Stunden zu ankern um ein Gegenwind Gebiet auszusitzen und zu überlegen wie wir weitermachen. Bei konstant 1500 Umdrehungen trat das Geräusch ja nicht auf und nur der Dieselverbrauch war entsprechend höher. Eine Delfin Sichtung an diesem Nachmittag hob dann auch die Stimmung wieder. So ging es in die erste Nacht. Am nächsten Morgen gegen 9:00 erreichten wir unseren Ankerplatz. Franz verschwand in den Motorraum in der Hoffnung eine Lösung oder zumindest ein plausible Erklärung zu finden, während ich die Zeit zum Vorkochen und Brotbacken nutzte. Nun muss man wissen, dass Reparaturen an der Welle nur sehr eingeschränkt im Wasser vorgenommen werden können. Normalerweise muss ein Boot dazu aufs Trockene. Der Zeitpunkt vor den Weihnachtsfeiertagen ist dafür geradezu ideal. Alle Gewerke in den Marinas waren bereits geschlossen und sind erst nach dem 7. Jan 25 wieder verfügbar. Nach längeren Diskussionen entschieden wir, so nicht bis Lanzarote weiterzufahren sondern die nächste Marina, in diesem Fall Estepona, aufzusuchen um dort die Feiertage zu verbringen. Auch weil sich unser Wetterfenster für die Durchfahrt der Strasse von Gibraltar inzwischen geschlossen hatte und für die kommenden Tage Starkwind angekündigt war. Die Marina machte einen guten Eindruck, nur der uns zugewiesene Stellplatz war etwas speziell. Wir sollten Heck zum Pier an einem Molenkopf anlegen, gerade etwas breiter als unser Schiff. Auf beiden Seiten offen und ungeschützt und das bei 20kn Seitenwind. Aber Franz hat das super hinbekommen mit der Anfahrt und mit Unterstützung des Marinero lagen wir schnell mit luvseitiger Heckleine und Mooring fest. Trotzdem ist der Platz alles andere als ideal, da sehr Windexponiert. Aber mit Hilfe einer zusätzlichen Spring liegen wir nun ganz gut. Am 24.12.24 haben wir einen ausgedehnten Spaziergang durch Estepona gemacht und später gab es, ganz traditionell Würstchen mit Kartoffeln und Salat. Das war unser Heiliger Abend 2024.

Estepona liegt an der der Costa del Sol, hat 74.493 Einwohner und gehört zur andalusischen Provinz Malaga. Im 8. Jahrhundert wurde die Region von den Arabern erobert und später unter Kalif Abderramán II eine Festung mit dem Namen „Estebunna erbaut. Die Araber nannten die Stadt „Astabbuna. Dieser Ort wurde von vielen Seefahrern als ideal empfunden und daher besiedelt. 1456 wurde die Bevölkerung von Enrique IV aus Kastilien von der arabischen Herrschaft befreit. Die Mauern der Festung sind bis heute erhalten. Die Altstadt besticht durch äusserst liebevoll gepflegte Hausfassaden, sehr farbenfroh und mit viel Grün, charmante schmale Gassen, und wirkt auf den ersten Blick nicht allzu touristisch obwohl es ein beliebtes Reiseziel ist, mit über 325 Tagen im Jahr Sonne. Uns gefällt es hier gut. Allerdings ist das Preis/Leistungsverhältnis ein deutlich anderes als in Almerimar. 20€ für 2 Aperol finden wir schon stolz. Solche Preise sind wir nicht mehr gewohnt ;-).

Am ersten Weihnachtstag stand wieder etwas Bootsarbeit an, sowie ein weiterer Versuch das Thema mit der Welle zu lösen. Unseren Platz hier haben wir vorerst mal bis 28.12.24.

Heute ist das Wetter leider nicht mehr so schön, bedeckt, sehr windig und kühl. Es zieht einen nicht wirklich vor die Tür. Mal sehen, wie sich unser Tag heute gestaltet.

We have already gotten used to the fact that everything is a bit different this year. And of course, this also affects the Advent season and Christmas. For the first time in many years, there was neither an Advent wreath nor a Christmas tree. You also looked in vain for Christmas decorations, cookies, or an Advent calendar. Instead, we had T-shirt weather, plenty of sun and a summer feeling. So, of course, we didn’t get into the Christmas spirit. This whole “quiet time” passed us by completely. But to be honest, we didn’t miss it. At least I don’t miss the cold weather and snow.

We had settled in well after 2 months in Almerimar, had made friends and saying goodbye was not easy for us. Nevertheless, we decided to leave the marina before the holidays with the next suitable weather window to Ri Lanzarote, knowing full well that we would spend the holidays at sea. Nevertheless, the anticipation was great, we had missed being on the move more and more. So we left Almerimar on Sunday, December 22nd at 10:30 a.m. and set course for Lanzarote. The weather was sunny and there was no wind to sail, but that’s nothing new. The first 30 minutes went well and we enjoyed being back on the water. Then, all of a sudden, a high-pitched, piercing and unpleasant sound. We stopped the engine and were a bit overwhelmed at first. Then we started looking for the problem. Gradually, we found out that the noise was speed-dependent (between 1000 and 1500 revolutions, above and below that it didn’t), which led us to the conclusion that it was probably related to the shaft. Especially since the noise was by far the loudest in our cabin. What to do now? Turn around and go back to Almerimar? Continue the journey? Our mood had already reached freezing point again.

I can imagine that many of you are now wondering why we do this to ourselves, why we voluntarily decide to repair ourselves around the world, whether the benefit outweighs the hassle and frustration. And yes, we are annoyed and yes, we are frustrated that our plans usually don’t work out. But still, we wouldn’t want to give up this life.

After several attempts with the speed, attempts at solutions in the engine compartment and discussions, we decided to continue and to anchor off the coast near Estepona for a few hours to wait out a headwind area and to consider how to proceed. At a constant 1500 revolutions, the noise did not occur and only the diesel consumption was correspondingly higher. A sighting of dolphins that afternoon also lifted our spirits again. So it went into the first night. The next morning around 9:00 we reached our anchorage. Franz disappeared into the engine compartment in the hope of finding a solution or at least a plausible explanation, while I used the time to pre-cook and bake bread. Now you have to know that repairs to the shaft can only be carried out to a limited extent in the water. Normally a boat has to be on dry land for this. The time before the Christmas holidays is ideal for this. All the facilities in the marinas were already closed and will not be available again until after January 7, 2025. After lengthy discussions, we decided not to continue to Lanzarote but to find the next marina, in this case Estepona, to spend the holidays there. Also because our weather window for crossing the Strait of Gibraltar had closed in the meantime and strong winds had been forecast for the coming days. The marina made a good impression, only the berth we were assigned was a bit special. We were supposed to moor stern to the pier at a mole head, just a little wider than our ship. Open and unprotected on both sides and that with a 20-knot crosswind. But Franz did a great job of approaching and with the help of the marinero, we were quickly moored with the windward stern line and mooring. Nevertheless, the place is anything but ideal, as it is very exposed to the wind. But with the help of an additional spring, we are now in a good position. On December 24, 24, we took an extended walk through Estepona and later, traditionally, we had sausages with potatoes and salad. That was our Christmas Eve 2024.

Estepona is located on the Costa del Sol, has 74,493 inhabitants and belongs to the Andalusian province of Malaga. In the 8th century, the region was conquered by the Arabs and later built a fortress called “Estebunna” under Caliph Abderramán II. The Arabs called the city “Astabbuna”. This place was considered ideal by many seafarers and therefore settled. In 1456, the population of Enrique IV of Castile was freed from Arab rule. The walls of the fortress are still preserved today. The old town impresses with extremely lovingly maintained house facades, very colorful and with lots of greenery, charming narrow streets, and at first glance does not appear too touristy, although it is a popular destination, with over 325 days of sunshine a year. We like it here. However, the price/performance ratio is significantly different than in Almerimar. We find €20 for 2 Aperol quite steep. We’re no longer used to such prices ;-).

On Christmas Day, we had to do some boat work again, as well as another attempt to solve the issue with the shaft. We have booked our place here until 28/12/24 for the time being.

Today the weather is unfortunately not so nice anymore, overcast, very windy and cool. It doesn’t really draw you outside. Let’s see how our day turns out today.